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Auch die anschliessende fachgerechte Interpretation der Befunde und eine Therapieempfehlung gehört zu den Leistungen. Warum hat sich PROBIOS auf die Untersuchung von Stuhlproben und die Analyse der Darmflora spezialisiert? Der Mensch bildet einen idealen Lebensraum für weit über 1012 Bakterien (neben Viren, Protozoen, Bakteriophagen, Hefen und anderen Pilzen), wobei der überwiegende Teil im Verdauungstrakt lebt. Gerade der Dickdarm ist durch eine grosse Artenvielfalt geprägt.
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Einer der häufigsten Befunde ist das Vorhandensein von Pilzen im Darm, die unterschiedlichsten Beschwerden hervorrufen können. Pilze sind oft die Ursache für Entzündungen, Durchfall, Darmkrämpfen oder Herzbeschwerden, sie können das Immunsystem schwächen, zu Leberschäden führen oder für chronische Müdigkeit u. Leistungsschwäche verantwortlich sein.
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Darmfloraanalyse für die Praxis von A. Bräunlein
Der Tod sitzt im Darm - altes Sprichwort
Seit über 4 Jahren bietet das Stuttgarter Labor Probios mikrobiologische Darmflora-Analysen an. Je nach Verdachtsdiagnose werden spezifische Abweichungen des natürlichen Gleichgewichts geprüft. Auch aus Österreich kommen Proben. Allerdings übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland die Kosten bisher noch nicht (Ersatzkrankenkassen zum grossen Teil). Der Bedarf an Darmflora-Analysen ist von Jahr zu Jahr stetig gestiegen; die große Zahl individueller Befunde erlaubt deshalb schon einige allgemeine Schlüsse. Es gibt sie, die sensiblen Patienten. Nicht nur Symptome wie Durchfall, Verstopfung oder Blähungen weisen auf eine gestörte Darmflora hin. Im Labor ist aufgefallen, dass Patienten mit bestimmten Grunderkrankungen offensichtlich assoziierte Darmflora-Störungen zeigen. Atopiker, Allergiker, Asthmatiker, Menschen, die der Darm womöglich gar nicht drückt oder zwickt, beherbergen oft eine Dysbiose. Psychiatrische Patienten, die den Ärzten immer wieder mit Verdauungs-problemen in den Ohren liegen, haben häufig Keimverteilungen ausserhalb der Grenzwerte und erinnern daran, dass sich im Darm eines der komplexesten Nervennetze des Körpers befindet. Bemerkenswert erscheint auch, dass HNO-Patienten und besonders Infektanfällige oft eine gestörte Darmflora haben. Wenn das Immunsystem nicht in Ordnung ist, dann stimmt in der Regel auch etwas mit der Darmflora nicht - sie kann ihre Barrierefunktion für das Darmassoziierte Immunsystem nicht erfüllen. Und vice versa: wenn diverse Clostridien sich unmässig im Darm vermehren, bilden sie Schwefelwasserstoff. Das ist ein starkes Zellgift und führt zu Strukturveränderungen der umliegenden Zellen. So wird die Darmschleimhaut durchlässig und pathogene Keime können leichter in den Körper eindringen. Vorübergehende Störungen? Die Befunde einzelner Patienten zeigen, dass die Störungen der Darmflora Wochen, Monate und bei schwer Kranken sogar Jahre andauern können. Während die Symptome einer Diarrhoe meist rasch abklingen, persistiert das Ungleichgewicht im Darm. Die manchmal geäusserte Annahme, mit dem Verschwinden der Symptome wäre die Darmflora wieder intakt, ist leider naiv. Werden Kinder bei der Geburt schon mit einem starken Candida-Befall konfrontiert, kann sich die Darmflora später nur schwer voll ausbilden. Der Darm bleibt problemanfällig. Besonders typisch ist die oft dramatisch zerstörte Darmflora nach einer Antibiotika-Therapie. Jedes wirksame Antibiotikum – selbst das verträglichste – dezimiert auch nützliche und notwendige Darmkeime. Bei einer Nebenhöhlenentzündung z.B. wird häufig Tetrazyklin verabreicht, das aber gleichzeitig das Wachstum von Clostridien fördert. Andere Antibiotika evozieren den Wildwuchs von Hefen. Störungen von einigen Wochen sind nach der Gabe von Antibiotika üblich. Am schwersten werden Patienten getroffen, die eine immunsuppressive Behandlung brauchen. Besserung kann Jahre auf sich warten lassen. Auch die Darmflora von Atopikern braucht da viel Aufmerksamkeit.
Therapie-Ansätze:
Die Regeneration der Darmflora ist paradoxerweise ein relativ neues therapeutisches Ziel. Sie ist einfach zu erreichen, braucht nur etwas Zeit: Zumindest drei Monate Substitution nützlicher Bakterien führt in den allermeisten Fällen zum Erfolg. Je nach Befund empfiehlt das Labor individuelle (Symbiontenkulturen). Eine Mischung von Keimen. Zentral dabei sind Bifido- und Laktobazillen. Beide Bakterienarten sind Säurebildner und unterdrücken das Wachstum von Fäulnisbakterien bzw. von pathogenen Keimen. Das Stuttgarter Ärzte-Team glaubt aber, dass die Störungen der Darmflora als neue Volkskrankheit durch die kurative Medizin allein nicht bekämpft werden können. Ein Umdenken auch bei den Ernährungsgewohnheiten wäre unvermeidlich.
Anschrift der Verfasserin: Angelika Bräunlein, Geschäftsführende Gesellschafterin Probios Laboratorium für mikrobiologische Darmfloraanalyse
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